Unternehmensdaten der amtlichen Statistik: Geheimhaltung versus wissenschaftliche Nutzung – Betrachtung aus der Perspektive eines Datenangreifers

3. Dezember 2008

Referent: Prof. Dr. Rainer Lenz,
Institut für Mathematik und Informationsmanagement, Fachhochschule Mainz

Der Wunsch der Wissenschaft, die Unternehmensdaten der amtlichen Statistik in der empirischen Wirtschafts- und Sozialforschung zu nutzen, wächst zunehmend. Der durch den Gesetzgeber vorgezeichnete Weg ist, diese Daten in faktisch anonymisierter Form zu erschließen (sog. Wissenschaftsprivileg). Daten gelten hiernach als ausreichend anonymisiert, wenn sie nur mit einem "unverhältnismäßig hohen Aufwand" zugeordnet werden können.

Das Thema der Anonymisierung ist von wissenschaftlicher Seite deshalb so spannend, da zwei gegenläufige Ziele ausbalanciert werden müssen. Zum einen fordert der Gesetzgeber, dass Informationen der Auskunft Gebenden gut geschützt werden und zum anderen gilt es, das in den Daten vorhandene Potenzial an wissenschaftlichen Analysen bestmöglich zu erhalten. Dieser Zielkonflikt bietet viel Raum für mathematische Modelle und Algorithmen. In seinem Beitrag versetzt Prof. Dr. Rainer Lenz vom Institut für Mathematik und Informationsmanagement der Fachhochschule Mainz die Zuhörer in die Rolle eines potenziellen Datenangreifers und entwickelt geeignete Strategien zur Deanonymisierung.

 

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