Ostverträge 1970 – Überwindung oder Zementierung der Teilung Europas?

1. Dezember 2009

Referent: Prof. Dr. Jan Kusber, Mainz

 

Nach ihrem Regierungsantritt schloss die sozialliberale Koalition unter Willy Brandt eine ganze Reihe von Verträgen mit den Staaten des sog. Ostblocks. Das Verhältnis nicht nur zur Sowjetunion, sondern auch zu Polen und der DDR wurde auf eine neue Grundlage gestellt. Handelte es sich um eine Zementierung deutscher Zweistaatlichkeit, die Anerkennung von Grenzen oder waren hier wesentliche Schritte zur Überwindung der Teilung Europas unternommen? Die Debatte um die Ostverträge war kontrovers. Nichts verdeutlicht dies mehr als der Streit um Willy Brandts symbolträchtigen Kniefall in Warschau. Professor Kusber zeichnet in seinem Vortrag die Ereignisse nach und ordnet sie nach dem Ende des Kommunismus in Europa und der erfolgreichen EU-Osterweiterung ein.

 

 

 

 

Literaturhinweise

 

  • Stefan Creutzberger:
    Westintegration und Neue Ostpolitik: Die Außenpolitik der Bundesrepublik
    (Berlin: bebra 2009)
  • Jürgen Bellers:
    Deutsche Ostpolitik 1970-1990
    (Universität Siegen 2003)
  • Gesamtdeutsches Institut:
    Die Ostverträge
    (Bonn: Gesamtdeutsches Institut 1987)
  • Tono Eitel:
    Die Ostverträge: die Verträge von Moskau, Warschau, Prag, das Berlin-Abkommen und die Verträge mit der DDR
    (München: C.H. Beck 1979)