NATO-Doppelbeschluss 1979 – Westliche Defensive oder Todesstoß für den Osten?

8. Dezember 2009

Referent: PD Dr. Harald Biermann, Bonn

Der NATO-Doppelbeschluss vom Dezember 1979 ist zweifelsohne eine der wichtigsten Wegmarken des Kalten Krieges. In ihm bündeln sich viele unterschiedliche Faktoren, die dem Gang der Weltgeschichte zwischen 1946 und 1991 den Stempel aufgedrückt haben: die Supermächtekonfrontation, das atomare Wettrüsten, der amerikanische Führungsanspruch im westlichen Bündnis, die Bemühungen zur Aufrechterhaltung einer Allianz unter freien Demokratien sowie die – häufig unterbelichtete – Frage nach Offensive und Defensive im internationalen System. Hinzu kommt, dass der NATO-Doppelbeschluss wie kaum eine andere militärpolitische Entscheidung viele Menschen in den westlichen Gesellschaften zu offenem Widerspruch gegen den Kurs ihrer jeweiligen Regierungen herausforderte. In diesem Vortrag soll der Blick geweitet und die Frage nach der historischen Bedeutung des NATO-Doppelbeschlusses für den amerikanischen Sieg im Kalten Krieg beantwortet werden.

 


Literaturhinweise:
  • Michael Ploetz:
    Wie die Sowjetunion den Kalten Krieg verlor: von der Nachrüstung zum Mauerfall
    (Berlin: Propyläen 2000)
  • Stephan Layritz:
    Der NATO-Doppelbeschluss: westliche Sicherheitspolitik im Spannungsfeld von Innen-, Bündnis- und Außenpolitik
    (Frankfurt et al.: Lang 1992)
  • Anton Notz:
    Die SPD und der NATO-Doppelbeschluss
    (Baden-Baden: Nomos 1990)