Einsatz im Kosovo 1999 – Das vereinte Deutschland und die Welt

2. Februar 2010

Referentin: Prof. Dr. Helga Haftendorn, Berlin

Nach der Wiedervereinigung konzentrierte sich die deutsche Politik vorrangig auf das "europäische Projekt" der Vertiefung der EU. Der Krieg auf dem Balkan brachte ein böses Erwachen; die Deutschen hatten nach dem Ende des Ost-West-Konflikts auf eine Friedensdividende gehofft. Mit der Beteiligung der Bundeswehr an der NATO-Aktion gegen Serbien wurde Deutschland erstmals seit dem II. Weltkrieg zur Krieg führenden Partei. Eine Beteiligung am Irak-Krieg lehnte Bundeskanzler Schröder dagegen ab; er beharrte stattdessen auf einem "deutschen Weg". Der NATO-Einsatz in Afghanistan ließ sich nach den Attentaten vom 11. September 2001 innenpolitisch als Akt der Solidarität mit den USA rechtfertigen, brachte jedoch große militärische und politische Probleme mit sich. Können die hohen Erwartungen der Obama-Administration, die von Berlin die Übernahme größerer globaler Lasten erwartet, erfüllt werden? Hat Deutschland heute seinen Platz in der Welt gefunden, und ist es bereit, die daraus resultierende Verantwortung zu tragen?

 


Literaturhinweise:
  • NATO (pdf)
    Aus Politik und Zeitgeschichte 15-16/2009
  • Außen- und Sicherheitspolitik (pdf)
    Aus Politik und Zeitgeschichte 43/2008
  • Peter Schulz:
    Der Kosovokonflikt unter besonderer Berücksichtigung der deutschen Rolle
    (Hamburg: Igel-Verlag 2008)
  • Hans-Peter Schwarz:
    Die Zentralmacht Europas auf Kontinuitätskurs. Deutschland stabilisiert den Kontinent
    (in: Internationale Politik, Heft 11/1999, S. 1-10)
  • Karl Kaiser (Hrsg.):
    Zur Zukunft der Deutschen Außenpolitik. Reden zur Außenpolitik der Berliner Republik
    (Bonn: DGAP 1998)