Klima, Wetter, Menschheitsentwicklung in Rheinland-Pfalz: von der Eiszeit bis ins 21. Jahrhundert

23. November 2010

Referent: Prof. Dr. Frank Sirocko
Institut für Geowissenschaften, Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Die Klimaentwicklung in Rheinland-Pfalz, aber auch einzelne Extremwetterereignisse wie Hochwasser rekonstruieren Mainzer Wissenschaftler für die gesamten letzten 50.000 Jahre aus den Sedimenten der Eifelmaare. Die Ablagerungen in diesen tiefen und sauerstoffarmen Seen sind jahresgeschichtet, an ihnen lassen sich die Klima- und Wetterbedingungen von den Neandertalern bis heute genau nachvollziehen. Die Eifelmaare sind somit ein einzigartiges Geoarchiv: Die Vegetation ist über Pollen und pflanzliche Reste dokumentiert, die Seeökologie spiegelt sich in den Planktongemeinschaften.

Da das Klima die Vegetationsentwicklung steuert, die wiederum die Nahrungsgrundlage für Mensch und Jagdwild darstellt, geben die Sedimente Rückschluss auf das entsprechende Klima oder die Kultivierung der Landschaft. Extreme Hochwasser sind an ihnen ebenso abzulesen wie kaltzeitliche Trockenphasen oder Vulkanausbrüche. Auf seiner Klimazeitreise von der letzten Eiszeit über die Jungsteinzeit, Bronze- und Römerzeit, über das Mittelalter bis zur Neuzeit erläutert Prof. Dr. Frank Sirocko die Wetterereignisse, ihre möglichen Ursachen sowie ihre Auswirkungen auf die Menschen der Region. Waren die Klima-Anomalien der vergangenen Jahrhunderte und Jahrtausende naturbedingt, weisen die extrem heißen Sommer und Hochwasser der letzten Jahre – die so in der Vergangenheit nicht zu beobachten waren – auf einen neuen Faktor im Klimasystem: das Treibhausgas CO2 in der Atmosphäre.

 

Der Eintritt ist frei. Anmeldung nicht erforderlich.
Beginn: 20 Uhr
Ort: Rathaus der Landeshauptstadt Mainz, Ratssaal