Mainz als religiöses Zentrum in der Römerzeit

7. Dezember 2010

Referent: Prof. Dr. Wolfgang Spickermann
Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien, Universität Erfurt

Obwohl Mainz Hauptquartier des obergermanischen Heeres und Statthaltersitz war, war es bekanntlich nie eine Stadt im römischen Rechtssinne, wenn auch eine der größten Siedlungen im römischen Germanien. Dominierend war und blieb von Anfang an das Militär, einheimische zivile Einflüsse sind in früher Zeit selten. Hier befand sich seit dem frühen 1. Jahrhundert n.Chr. mit der Verehrung der kaiserlichen Prinzen und Heerführer Drusus und Germanicus der kultische Mittelpunkt des rheinischen Heeres und damit das Zentrum des provinzialen Kaiserkults.

Spektakuläre Funde und Befunde aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. wie der des bisher größten bekannt gewordenen Mithräums am Ballplatz und des Isis/Magna Mater-Heiligtums in der Römerpassage zeigen, dass der Ort schon im 1. Jahrhundert nicht nur ein politisches, sondern auch ein religiöses Zentrum war.

 

Der Eintritt ist frei. Anmeldung nicht erforderlich.
Beginn: 20 Uhr
Ort: Rathaus der Landeshauptstadt Mainz, Ratssaal