Jüdische Ärzte in Deutschland vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert: Das Beispiel Mainz

15. Februar 2011

Referent: Prof. Dr. Werner Friedrich Kümmel
Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin, Universitätsmedizin Mainz

In vormoderner Zeit konnten Juden nur in zwei Berufen über die Grenzen ihrer Glaubensgemeinschaft hinaus tätig sein und Anerkennung finden: als Händler und Geldverleiher sowie als Ärzte. Trotz aller kirchlichen Verbote, jüdische Ärzte zu konsultieren, wurden sie von hochgestellten Persönlichkeiten ebenso geschätzt wie vom "einfachen Mann" – auch in Deutschland. Nach der Zulassung zum Universitätsstudium seit dem 18. Jahrhundert und der rechtlichen Emanzipation der Juden konnten sie diese Vertrauensstellung weiter ausbauen.

Die Nationalsozialisten, die eine schon um 1900 feststehende Agitation gegen jüdische Ärzte übernahmen, verdrängten sie ab 1933 schrittweise aus dem Beruf. Gut die Hälfte von ihnen konnte emigrieren, viele andere starben in den Lagern, auf der Flucht oder durch Suizid. Prof. Dr. Werner Friedrich Kümmel skizziert in seinem Vortrag diese allgemeine Entwicklung und illustriert sie am Beispiel von Mainz.

 

Der Eintritt ist frei. Anmeldung nicht erforderlich.
Beginn: 20 Uhr
Ort: Rathaus der Landeshauptstadt Mainz, Ratssaal