Leo Trepp - ein deutsches Leben

Lesung mit Gunda Trepp

5. Februar 2013

Lesung mit Gunda Trepp
San Francisco, USA

Als Philosoph, als Lehrer und als Autor hat sich Leo Trepp (geboren am 4. März 1913 in Mainz, verstorben am 2. September 2010 in San Francisco) sein Leben lang mit Fragen auseinandergesetzt, die für das deutsche Judentum und die jüdische Religion von Bedeutung waren. In seiner Biographie beschäftigt er sich intensiv mit dem Judentum im Vorkriegsdeutschland, er erzählt von den verschiedenen Richtungen und Gebräuchen, von der Neo-Orthodoxie und von Rabbinern und Freunden, die ihn inspiriert haben. Er beschreibt eine Welt, deren intellektuelle Fülle und Freiheit heute kaum noch vorstellbar sind.

Und er erzählt, was es bedeutet, ein Überlebender zu sein, von den Hoffnungen der Weimarer Republik, von der Wirtschaftskrise und schließlich der Entrechtung, Vertreibung und Ermordung der europäischen Juden. Er berichtet von seiner Zeit als junger Landesrabbiner in Oldenburg und von seinen Versuchen, eine Gemeinschaft zu erhalten, die spätestens in der Nacht des 9. November 1938 die letzte Hoffnung verlor. Er erinnert sich an seine Familie, Freunde, Nachbarn, die, einer anderen Religion als der Mehrheit angehörend, vor allem Deutsche waren.

Und immer wieder verbindet er diese Gedanken mit seinen Bestrebungen, den Juden in Deutschland nach dem Krieg zu helfen, eine neue Identität zu finden, und den nichtjüdischen Deutschen einen Sinn für ihre Verantwortung zu vermitteln. "Die jungen Deutschen tragen keine Schuld, aber die Verantwortung, Antisemitismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit jeder Art zu bekämpfen." Diese Haltung Leo Trepps gründet sich auf seiner Religion und einem gelebten Humanismus.

 

Moderation:
* Prof. Dr. Mechthild Dreyer, Vizepräsidentin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Der Eintritt ist frei. Anmeldung nicht erforderlich.
Beginn: 20 Uhr
Ort: Rathaus der Landeshauptstadt Mainz, Ratssaal