"Wenn Ihr uns stecht ..." Shylock-Interpretationen als Inszenierung jüdischer Identität

18. Dezember 2012

Referent: Prof. Dr. Peter W. Marx
Institut für Medienkultur und Theater, Universität zu Köln

Obgleich Shylock in Shakespeares Kaufmann von Venedig von seiner Entstehung her Teil einer typischen Verlach-Dramaturgie ist, wurde die Figur im 20. Jahrhundert zu einer zentralen Denkfigur für die Inszenierung jüdischer Identität: Die Inszenierung von Shakespeares Stück forderte Regisseure, Schauspieler und Publikum gleichermaßen zu einem Nachdenken über Jüdischsein im Horizont der Moderne heraus. Noch im Kaiserreich, vor allem aber in der Weimarer Republik entwickelte sich Shylock zu einem Symbol jüdischer Selbstbehauptung angesichts eines erstarkenden Antisemitismus. Nach 1945 schließlich – im Bewusstsein um die Verbrechen der Shoah – stellte und stellt sich die Frage nach der Möglichkeit dieser Figur neu.

 

Moderation:
* Prof. Dr. Dieter Lamping, Fachbereich 05 - Philosophie und Philologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Der Eintritt ist frei. Anmeldung nicht erforderlich.
Beginn: 20 Uhr
Ort: Rathaus der Landeshauptstadt Mainz, Ratssaal