"Und es wird sein der Rest Jakobs inmitten vieler Völker, wie Tau vom Ewigen" - Das Judentum als Weltreligion

23. Oktober 2012

Referentin: Prof. Dr. Mechthild Dreyer
Vizepräsidentin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Dass die jüdische Religion in der gesamten Welt zu Hause, ja die Religion der Menschheit ist und dass es keines eigenen jüdischen Staates bedarf, davon war Herrmann Cohen (1842-1918) zutiefst überzeugt, und mit dieser Position grenzte er sich dezidiert gegen Martin Buber ab. Cohen, der einzige deutsche Lehrstuhlinhaber für Philosophie bis 1919, hat in seinem umfangreichen Werk nicht nur Kants Philosophie neu gedacht, wodurch er zum Begründer des Marburger Neukantianismus wurde, sondern er hat zugleich auch die Inhalte und die Relevanz der jüdischen Religion philosophisch reformuliert. Der Vortrag entwickelt Cohens These, dass die Ethik Kants beispielhaft in der jüdischen Religion umgesetzt ist, und rekonstruiert seinen Gedanken, dass diese kantisch gedeutete jüdische Religion aufgrund ihres messianischen Gottesbegriffs zugleich auch Weltreligion ist.

mit einführenden Worten zur Vortragsreihe:
"Mainzer - Rabbiner - Brückenbauer. Leo Trepp ganz persönlich"
Dr. h.c. Johannes Gerster
Vorsitzender des Kuratoriums der Israelstiftung in Deutschland

 

Moderation:
* Prof. Dr. Dieter Lamping, Fachbereich 05 - Philosophie und Philologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Der Eintritt ist frei. Anmeldung nicht erforderlich.
Beginn: 20 Uhr
Ort: Rathaus der Landeshauptstadt Mainz, Ratssaal