Krieg im Frieden

18. März 2014

Referent: Prof. Dr. Detlev Kreikenbom
Klassische Archäologie

Reliefbilder der mittleren römischen Kaiserzeit (2. Jh. n.Chr.) geben Kriegsgeschehen in bemerkenswerter Ausführlichkeit und motivischer Vielfalt wieder. Geschildert werden Kampfhandlungen mit diversen Angriffs- und Verteidigungssituationen, Zerstörungen von Ortschaften, aber auch Tötungen von überwundenen Gegnern – all dies auf eine überaus detailreiche Weise. Dabei frappieren vor allem die differenziert gestalteten Reaktionen der Unterlegenen: Unter Aufgebot eines reichen Apparats an mimischen und gestischen Mitteln werden Verhaltensweisen und seelische Zustände veranschaulicht. 'Triumphaler' Habitus der Sieger spielt dagegen kaum eine Rolle. Krieg in all seinen Ausprägungen, seiner Durchführung wie in seinen Folgen für die Betroffenen, in derart extensivem Maße zu thematisieren, war innerhalb der römischen Kunstgeschichte neu. Das Phänomen verlangt umso mehr nach einer Erklärung, als die Darstellungen in Rom außerhalb der Erfahrungswelt des Publikums lagen. Kriege waren Ereignisse, die sich an der Peripherie des Reichs abspielten. Entsprechend hatten sich Herrscher der frühen Kaiserzeit nicht als Akteure im Kampf zeigen lassen.

Der Eintritt ist frei. Anmeldung nicht erforderlich.
Beginn: 20 Uhr
Ort: Rathaus der Landeshauptstadt Mainz, Ratssaal