Gefahr von Lebenden und Toten. Gewalteinwirkung und ihre Abwehr im Alten Ägypten

28. Januar 2014

Referentin: Prof. Dr. Ursula Verhoeven-van Elsbergen
Ägyptologie

Anwendung körperlicher Gewalt tritt innerhalb der altägyptischen Gesellschaft in verschiedenen Bereichen auf. Abgesehen von Fällen verbrecherischer Art wird körperliche Gewalt als staatlich oder hierarchisch legitimierte Handlung z.B. regelmäßig bei Steuereintreibung, Erziehung, Verhör und Bestrafung angewendet. Nach nicht rechtmäßiger Lebensführung wird dem Menschen im Rahmen des fiktiven Jenseitsgerichts darüber hinaus die völlige Vernichtung angedroht.

Negative Machteinwirkung wird aber auch bösartigen Totengeistern zugeschrieben, während verstorbene, schon zu Lebzeiten hilfreich gewesene Verwandte als positiv nützliche Totengeister verehrt und angerufen werden, wenn familiäre, rechtliche oder gesundheitliche Probleme die Hinterbliebenen belasten. Sie sollen dann ebenfalls aus dem Jenseits heraus für Ordnung und Bestrafung der Übeltäter sorgen. Die Vorstellungen vom Weiterleben nach dem Tod beinhalteten im Alten Ägypten somit nicht nur optimistische Hoffnungen auf ein sorgenloses Dasein, sondern auch Gefahren und Ängste, die die Grenzen zwischen Diesseits und Jenseits überschritten.

Der Eintritt ist frei. Anmeldung nicht erforderlich.
Beginn: 20 Uhr
Ort: Rathaus der Landeshauptstadt Mainz, Ratssaal