Von der Natur abgeschaut: (Bio-)Materialien in der Medizin der Zukunft

17. März 2015

Referenten:
Prof. Dr. Werner E. G. Müller, Institut für Physiologische Chemie
Prof. Dr. Dr. Bilal Al-Nawas, Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie – Plastische Operationen

 

In der regenerativen Medizin, insbesondere bei der Entwicklung von Implantaten für Patienten mit Knochendefekten, wurden in den letzten Jahren enorme Fortschritte erzielt. Dennoch fehlt es an geeigneten, biologisch aktiven Materialien, die eine Wiederherstellung des ursprünglichen Knochengewebes, beispielsweise bei Patienten mit Osteoporose, ermöglichen.

 

Aufbauend auf Untersuchungen an Schwämmen, den ältesten existierenden Lebewesen, konnten zwei neue Biomaterialien entwickelt werden: Bio-Silica und Bio-Polyphosphat. Beide sind in der Lage, menschliche Zellen zur Knochen-Neusynthese zu stimulieren.

Mithilfe neuer 3-D-Druck-Techniken – auch zum Druck lebender, eingebetteter Zellen – werden jetzt neuartige Methoden entwickelt, die als Grundlage für eine künftige Herstellung maßgeschneiderter, bio-abbaubarer Implantate dienen sollen. Diese sollen mit der Zeit durch körpereigenes, funktionell aktives Gewebe ersetzt werden und somit eine vollständige Reparatur des Knochendefekts ermöglichen.

Die Referenten geben in ihrem Vortrag einen Einblick in die heutigen und zukünftigen Möglichkeiten der Therapie von Knochenerkrankungen und -defekten, eine der großen medizinischen Herausforderungen unserer alternden Gesellschaft.

Der Eintritt ist frei. Anmeldung nicht erforderlich.
Beginn: 20 Uhr
Ort: Rathaus der Landeshauptstadt Mainz, Ratssaal