Resilienz: Was macht uns widerstandsfähig gegen psychische Erkrankungen?

20. Januar 2015

Referenten:
Prof. Dr. Dr. Robert Nitsch, Institut für Mikroskopische Anatomie und Neurobiologie
Prof. Dr. Klaus Lieb, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

 

Viele psychische Erkrankungen wie Depressionen, Sucht, Angst- oder Verhaltensstörungen entstehen zumindest teilweise durch umweltbedingte Faktoren wie Stress, Traumata oder belastende Lebensumstände. Doch nicht jeder entwickelt unter solchen Umständen eine psychische Erkrankung. Dies lässt vermuten, dass es Schutzmechanismen im Gehirn gibt. Der Begriff "Resilienz" bezeichnet diese "seelische Widerstandskraft", die Fähigkeit zur Aufrechterhaltung oder Rückgewinnung der psychischen Gesundheit während oder nach aufreibenden Lebensereignissen.

 

Das Forschungszentrum Translationale Neurowissenschaften (FTN), ein Netzwerk von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), die in der biomedizinischen Forschung arbeiten, untersucht die sogenannten Resilienzfaktoren, also die Mechanismen, die verhindern, dass Menschen auf Stress mit einer psychischen Erkrankung reagieren. Im Zuge des Mainzer Resilienz-Projekts (MARP) und der Gutenberg Brain Study (GBS) werden sie unter anderem junge, gesunde Studienteilnehmer über mehrere Jahre mittels Fragebögen und bildgebender Verfahren untersuchen, um deren psychische Gesundheit und Stressfaktoren, denen sie ausgesetzt sind, zu erfassen. Dadurch sollen Eigenschaften des Gehirns und geistige Fähigkeiten, die wichtige Schutzmechanismen darstellen, identifiziert werden. Darauf aufbauend sollen effektive Präventionsprogramme entwickelt werden. Dazu wurde im Jahr 2014 an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz das Deutsche Resilienzzentrum (DRZ) gegründet.

Die Referenten geben einen Einblick in dieses spannende Forschungsgebiet und die Aktivitäten im DRZ.

Der Eintritt ist frei. Anmeldung nicht erforderlich.
Beginn: 20 Uhr
Ort: Rathaus der Landeshauptstadt Mainz, Ratssaal