Unser Immunsystem – hilfreich oder hinderlich für die Krebstherapie?

9. Dezember 2014

Referenten:
Prof. Dr. Hansjörg Schild, Institut für Immunologie
Prof. Dr. Stephan Grabbe, Hautklinik

 

Eine Krebszelle unterscheidet sich von einer normalen Körperzelle in hunderten, ja oft tausenden Veränderungen der Erbsubstanz, von denen viele auch zu veränderten Eiweißen oder anderen Strukturen führen. Unser Immunsystem ist grundsätzlich in der Lage, genau diese Veränderungen zu erkennen und Krebszellen gezielt zu bekämpfen. Krebs entsteht also meist nicht unerkannt in unserem Körper.

 

Leider führt die Immunerkennung von Krebszellen nicht immer zur erfolgreichen Zerstörung der Geschwulst, denn einige Krebszellen schaffen es oft, dieser "Immunüberwachung" zu entkommen. Dies sind zum einen die Krebszellen, die die geringste Angriffsfläche für eine Immunerkennung bieten, zum anderen diejenigen, die es geschafft haben, das Immunsystem gezielt zu blockieren und die Immunabwehr damit auszuschalten.

Tumor-Immunologen des Forschungszentrums für Immuntherapie (FZI) und des Forschungsinstituts Translationale Onkologie (TRON) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) arbeiten schon seit vielen Jahren daran, diese Mechanismen zu verstehen und durch neue Therapieverfahren unser Immunsystem wieder in die Lage zu versetzen, die Krebszellen effektiv zu bekämpfen. In den letzten Jahren zeichnen sich nun erstmals Erfolge ab, die zu einer dramatischen Verbesserung der Überlebenschancen bei Patienten mit bestimmten Krebserkrankungen führen – vor allem beim sogenannten "schwarzen Hautkrebs", dem malignen Melanom.

Die Referenten stellen Fortschritte bei der Immuntherapie von Krebserkrankungen vor und beschreiben auch eigene Forschungsergebnisse auf diesem Gebiet.

Der Eintritt ist frei. Anmeldung nicht erforderlich.
Beginn: 20 Uhr
Ort: Rathaus der Landeshauptstadt Mainz, Ratssaal