Medikamente gibt es erst seit hundert Jahren

25. November 2014

Referent:
Prof. Dr. Ulrich Förstermann, Wissenschaftlicher Vorstand der Universitätsmedizin Mainz

 

Wie in anderen Bereichen der Naturwissenschaften war der Zugewinn an Grundlagenwissen in der Medizin im 20. Jahrhundert größer als in der gesamten Zeit zuvor. Der rapide wachsende Erkenntnisstand in Fächern wie der Physiologie, Biochemie, Zellbiologie, Mikrobiologie und Virologie ermöglichte erstmals die rationale Entwicklung von Arzneistoffen. Es entstand die Pharmakologie, die Lehre von den Wirkungen der Arzneimittel.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebten die Menschen in Deutschland schon unter ähnlichen Bedingungen wie heute. Erkrankten sie aber, waren die Behandlungsmöglichkeiten der Ärzte äußerst begrenzt. Infektionen führten häufig zum Tod. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebserkrankungen, Stoffwechselerkrankungen, chronisch entzündliche Erkrankungen oder auch psychische Erkrankungen – um nur einige zu nennen – waren kaum behandelbar. Etwas über hundert Jahre später haben wir ein enormes und noch immer stetig wachsendes Repertoire an Arzneimitteln in allen Bereichen der Medizin. Parallel hat sich in dieser Zeit die Lebenserwartung in den Industrieländern annähernd verdoppelt.

Der Referent erläutert in seinem Vortrag, wie bahnbrechende Medikamentenentwicklungen vor und vor allem nach dem 2. Weltkrieg die Mehrzahl menschlicher Erkrankungen heute behandelbar machen. Auch auf neueste Ansätze wird eingegangen.

 

Der Eintritt ist frei. Anmeldung nicht erforderlich.
Beginn: 20 Uhr
Ort: Rathaus der Landeshauptstadt Mainz, Ratssaal