"Neue Universitäten auf neuer Grundlage schaffen": Die Universität Mainz nach dem Zweiten Weltkrieg

12. Januar 2016

Referentin:
Prof. Dr. Corine Defrance, Centre national de la recherche scientifique (CNRS) | Universität Paris 1 Panthéon-Sorbonne


Die in Deutschland viel beachtete Neugründung der Universität Mainz im Mai 1946 war eine überraschende Initiative der französischen Militärregierung, die im Herbst 1945 getroffen wurde. Vielleicht zum ersten Mal in der Geschichte entschied sich eine Besatzungsmacht nach einem kriegerischen Konflikt, in dem ihr übertragenen Gebiet eine Hochschule für die besetzte Bevölkerung zu gründen. Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz war somit eine Komponente der damaligen französischen "Umerziehungspolitik", die auch im Kontext der geostrategischen Pläne der Besatzungsmacht auf dem linken Rheinufer verstanden werden muss. Inwieweit ist aus dieser Gründung durch die Franzosen allmählich eine "echte deutsche Universität" geworden? Hat sie ihr Ziel erreicht und dazu beigetragen, den Geist der traditionellen deutschen Hochschulen zu erneuern ("Menschen zu bilden") und die Demokratisierung der Gesellschaft zu konsolidieren? Konnte sie in der Nachkriegszeit eine Brücke zwischen Deutschen und Franzosen sein?

 

Der Eintritt ist frei. Anmeldung nicht erforderlich.
Beginn: 20 Uhr
Ort: Rathaus der Landeshauptstadt Mainz, Ratssaal