Luftverschmutzung: Das tägliche Passivrauchen

7. März 2017

Referent:
Prof. Dr. Jos Lelieveld, Max-Planck-Institut für Chemie


Die Weltgesundheitsorganisation bringt vorzeitige Todesfälle mit einer Reihe von Ursachen in Verbindung, zu denen auch Luftverschmutzung durch Feinstaub gehört. Ihre Rolle zu bestimmen war schwierig, unter anderem aufgrund des unbekannten Ausmaßes, in dem Menschen weltweit der Verschmutzung ausgesetzt sind.

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz haben ein globales Atmosphärenmodell eingesetzt und es mit Bevölkerungsdaten, landesspezifischen Gesundheitsstatistiken und epidemiologischen Formeln über die Exposition von Luftverschmutzung kombiniert. Das Ergebnis: Luftverschmutzung im Freien führt jährlich zu weltweit 3,3 Millionen vorzeitigen Todesfällen. Mit 75 Prozent liegt der überwiegende Anteil davon in Asien. Allerdings sind die weltweit stärksten Verschmutzungsfaktoren weniger Verkehr und Industrie, sondern häusliche Kleinfeuer zum Heizen und Kochen, wie sie in Indien und China üblich sind. Obwohl in der westlichen Welt Verkehr und Energiegewinnung eine wichtige Rolle bei der Verschmutzung spielen, sind in Deutschland und Europa landwirtschaftliche Emissionen die stärksten Verursacher von Feinstaub.

 

Der Eintritt ist frei. Anmeldung nicht erforderlich.
Beginn: 20 Uhr
Ort: Rathaus der Landeshauptstadt Mainz, Ratssaal