Schnelle Klimaänderungen der Vergangenheit – Was lernen wir aus den Sedimenten der Eifelmaare?

22. November 2016

Referent:
Prof. Dr. Frank Sirocko, Institut für Geowissenschaften


Die Maare der Eifel sind vulkanischen Ursprungs und einmalige Archive der Erdgeschichte. Die meisten sind nur etwa 50.000 Jahre alt, die ältesten Maareruptionen reichen jedoch bis zu 600.000 Jahre zurück und dokumentieren die vollständige Geschichte des Eifelvulkanismus. Die Ablagerungen in den heute zumeist ausgetrockneten Seen zeugen aber auch davon, wie früher das Klima und die Umweltbedingungen in Zentraleuropa waren, denn Pflanzenreste, Staub, Hochwasserlagen und Vulkanasche in den Seen belegen die Entwicklung der Landschaft mit höchster zeitlicher Auflösung. Die Sedimentschichten sind sogar so weit aufgelöst, dass Wissenschaftler Aussagen über Stürme und Hochwasserereignisse einzelner Jahre machen können.

Der Vortrag zeigt den Rhythmus des Eifelvulkanismus, geht aber auch auf einige ausgewählte Klimaereignisse der letzten Jahrtausende ein und beschreibt Umweltveränderungen, die erstaunlich schnell binnen weniger Jahre beziehungsweise Jahrzehnte verlaufen sind: Wie reagierte das Ökosystem Mitteleuropas mit seinen Gewässern, Böden, Pflanzen und Tieren auf schnelle Abkühlungen oder Erwärmungen im System des Golfstroms? Wie veränderte sich die Landschaft nach den großen Vulkanausbrüchen in der Region und wie ist der Mensch damals und heute mit solchen Veränderungen umgegangen?

 

Der Eintritt ist frei. Anmeldung nicht erforderlich.
Beginn: 20 Uhr
Ort: Rathaus der Landeshauptstadt Mainz, Ratssaal