Gefangen in der Filterblase? Risiken algorithmenbasierter Informationsnutzung

28. November 2017

Referentin:
Prof. Dr. Birgit Stark, Institut für Publizistik


Google und Facebook haben sich als Informationsquelle für politische Nachrichten und aktuelles Tagesgeschehen etabliert. Die dortige Nachrichtennutzung wird größtenteils durch Algorithmen gesteuert. Sie ist also personalisiert und sozial eingebunden: Nutzerinnen und Nutzer nehmen beispielsweise auf Facebook das wahr, was in ihrem persönlichen Facebook-Newsfeed angezeigt wird, und diese Auswahl basiert maßgeblich auf den Empfehlungen ihrer Freunde. Ob und wie diese algorithmenbasierten Personalisierungslogiken zu einer verzerrten Wahrnehmung von gesellschaftlich relevanten Themen führen, wird kontrovers diskutiert.

Im Extremfall können Nachrichtennutzerinnen und -nutzer in sogenannte "Filterblasen" geraten, in denen sie überhaupt nicht mehr mit anderen Meinungen konfrontiert werden. Auch im Kontext von Fake News und Social Bots wird befürchtet, dass Nutzerinnen und Nutzer einseitige Sichtweisen entwickeln könnten, etwa indem ein falsches Bild des Meinungsklimas suggeriert wird.

Der Vortrag beschreibt die Logiken der technischen Auswahlmechanismen und gibt einen Überblick über aktuelle empirische Forschungsergebnisse, um eine realistische Einschätzung vornehmen zu können.

 

Der Eintritt ist frei. Anmeldung nicht erforderlich.
Beginn: 20 Uhr
Ort: Rathaus der Landeshauptstadt Mainz, Ratssaal