1968 und der Aufbruch der Kinder- und Jugendliteratur in der BRD

20. November 2018

Referentin:
Juniorprof. Dr. Corinna Norrick-Rühl, Buchwissenschaft

Buchverlage können zeitnah gesellschaftliche Bewegungen aufnehmen; sie können Themen gezielt aufarbeiten und in den Medien platzieren. Gerade die Debatten der Studentenbewegung wurden maßgeblich durch Verlage beeinflusst und befördert, unter anderem durch linke oder "antiautoritäre" Kinder- und Jugendliteratur. Einerseits entstanden in den 1960er- und 1970er-Jahren neue Verlage mit linker oder "antiautoritärer" Ausrichtung, andererseits positionierten sich bestehende Verlage neu. Das Paradebeispiel für eine Reihenneugründung innerhalb eines etablierten Verlags ist der Rowohlt Verlag mit der beliebten Reihe rororo rotfuchs, die in sehr hohen Auflagen gesellschaftskritische Literatur für junge Leserinnen und Leser verbreitete. Der Vortrag diskutiert unter anderem anhand unpublizierter Archivalien aus dem Mainzer Verlagsarchiv die Bedeutung linker und "antiautoritärer" Verlage im Aufbruch der Kinder- und Jugendliteratur der BRD sowie damit zusammenhängend im veränderten Verständnis von Kindheit und Jugend seit 1968.

 

Der Eintritt ist frei. Anmeldung nicht erforderlich.
Beginn: 20 Uhr
Ort: Rathaus der Landeshauptstadt Mainz, Ratssaal